Vielseitig und traditionell

Blätter, Rinde, Wurzeln, Blüten, Pulpe und Samen/Öl werden vielseitig in der traditionellen Medizin eingesetzt (3). Seit Jahrhunderten werden einzelnen Bestandteile der Baobabs in Afrika für medizinische Zwecke verwendet. Im 16. Jahrhundert kannte man die Baobab-Pulpe bereits als Teil der so genannten "Terra leminia" und im 19. Jahrhundert wurde die Pulpe in Europa bereits bei Durchfall und Fieber erfolgreich eingesetzt (1). Es gibt viele Untersuchungen über den Einsatz und die Wirkungen der einzelnen Bestandteile des Baumes.

Fruchtfleisch

In der traditionellen afrikanischen Medizin wird die Pulpe als Fiebermittel, Analgetikum, gegen die Ruhr und bei Durchfall sowie bei der Behandlung von Masern und Pocken verwendet (15).

Antioxidativ
Mehr zur antioxidativen Aktivität der Baobabfrüchte, -blätter und von der roten Faser ist hier zu finden.

Entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend

Die Baobabpulpe wird in Afrika traditionell zur Fiebersenkung und als entzündungshemmendes Mittel einzusetzen (28). In Versuchen wurde die entzündungshemmenden, schmerzlindernden und fiebersenkenden Eigenschaften der Baobabpulpe gemessen. Es konnte festgestellt werden, dass bei Mäusen eine Einnahme von 400 bis 800 mg Pulpe je kg Körpergewicht Entzündungen gehemmt und zudem Ödeme reduziert wurden. Die Wirkung ist vergleichbar mit einer Dosis von 15 mg/kg Phenylbutazon (Butazolidin). Es wurde ferner eine schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung beobachtet, vergleichbar mit der Verabreichung von 50 mg/kg Acetylsalicylsäure (6).

Antibakteriell und präbiotisch

Tempeh, das traditionelle Fermentationsprodukt aus Soja, wurde in Versuchen mit Baobab-Fruchtfleisch angesetzt und das Bakterienwachstum überprüft. Es konnte festgestellt werden, dass durch die Anwesenheit der Baobabpulpe das Wachstum von pathogenen, d. h. krankmachenden Bakterien wie Salmonella sp., Bacillus sp. und Streptococcus sp. unterdrückt werden konnte und das Wachstum von positiven milchsäurebildenden Bakterien gefördert wurde (29).
Ferner zeigt die Baobab-Pulpe wachstumsfördernde Eigenschaften auf die Darmflora. Untersuchungen zeigen, dass der wasserlösliche Teil der Pulpe das Wachstum von Bifidobakterien verbessert. Wasserlösliche Ballaststoffe sind bekannt für ihre präbiotische Wirkung. So haben diese Ballaststoffe einen positiven Einfluss auf das Wachstum und den Stoffwechsel von nützlichen Mikroorganismen (5).

Leberschützend
Der wässrige Extrakt der Baobab-Pulpe weisst leberschützende Eigenschaften auf. Man geht zudem davon aus, dass die Baobabpulpe (als Lebensmittel) die afrikanische Bevölkerung vor Leberschäden schützt (7).

Anti-Durchfallmittel und immunstimulierend
Die typische Kost der afrikanischen Bevölkerung, und vor allem der Kinder, besteht vorwiegend aus pflanzlichen und mehlhaltigen Lebensmitteln und ist arm an Milch. Mit dieser kargen Kost gehen Unterernährung und eine schlechte Versorgung mit Proteinen einher. Dies führt zu Rachitis und organischen Funktionsstörungen wie Durchfall und begünstigt Krankheiten wie die Ruhr (7, 30).
Die Baobab-Pulpe wird in Afrika als wirkungsvolles Durchfallmittel eingesetzt. Ein Versuch mit 160 Kindern im Durchschnittsalter von 8 Monaten hat ergeben, dass die Baobab-Pulpe in Wasser eingerührt ein effektives Mittel zur Rehydratation von an Durchfall leidenden Kindern ist. Die Baobab-Pulpe ist dabei signifikant effektiver als das traditionelle "WHO-Getränk" (31, 32). Absude oder Suspensionen in Milch werden ebenfalls zur Bekämpfung von Durchfall eingesetzt (33). Zudem gilt die Pulpe als erfolgreicher Ersatz für westliche Medizin (7).

Empfehlungen aus der Literatur

Verdauungsproblemen
1 TL Baobabpulpe, aufgelöst in einem Glas Wasser jeweils eine Stunde vor dem Mittag- und Abendessen einnehmen (45).

Durchfall
1 EL Baobabpulpe in einem Joghurt vor dem Schlafengehen (45).

Problem mit Cholesterin und Diabetes
3 TL Baobabpulpe jeden Tag (45).

Anemie/Asthenie
1-2 TL Baobabpulpe in Karottensaft, morgens und abends bzw. jeden Tag (45).

Blätter

Bei schmerzhaften Schwellungen werden junge Baobabblätter als Wickel aufgelegt (13). Die Baobabblätter werden außerdem in Westafrika und Madagaskar gegen Asthma eingesetzt (1). Bereits Adanson (~1760) hat die Baobabblätter täglich als Tee genossen und sich damit 5 Jahre vor Fieber und Diarrhöe geschützt (44).

Antivirale:
In Versuchen wurde die antivirale Wirkung der Blätter gegen Herpes, Sinbis und Polio getestet. Das Potential liegt hier sowohl in der intrazellulären als auch in der viruzidalen Aktivität (41, 42).

Empfehlungen aus der Literatur

Schutz vor Diarrhöe und Fieber
Teezubereitung aus den Blättern - vor und nach dem Frühstück 1 Glas. Ebenso abends bei herannahendem Fieber (44).
Dekokt. 30 g Blattpulver auf 1 Liter Wasser, eingekocht (13).

Samen und Öl

Die Samen werden bei Diarrhö eingesetzt (1, 13). Das Öl wird zudem bei Zahn- und Zahnfleischentzündungen verwendet (13).

Wurzeln

Getrocknetes Wurzelspulver, als Brei angerührt, wird bei Malaria zur Stärkung verabreicht (15).

Trypanosomiasis
Ein Extrakt aus den Baobabwurzeln wurde erfolgreich gegen Trypanosoma congolense (Protozoen) eingesetzt und deren Mobilität unterbunden (40).

Antivirale
Wie auch die Blätter, zeigte die Baobabwurzelrinde antivirale Wirkung gegen Herpes, Sinbis und Polio (41, 42).

Empfehlungen aus der Literatur

Fiebermittel
Dekokt. 30 g Rinde auf 1 Liter Wasser, zu 2/3 eingekocht (13).

Rinde

Zur Verminderung der Pulsrate und zur Appetitsteigerung wurde beispielsweise die Rinde in der Karibik eingesetzt. Zudem wirkt die Rinde schweißtreibend und fiebersenkend (1).

Blüten

Die Blütenessenz von Adansonia gregorii werden in Australien als Heilwasser für spirituelle Reinigungen genutzt (1).