Baobabs als Nährstoffquelle

Für die Bevölkerung in Afrika stellen die Baobabs eine wichtige Nährstoffquelle dar und auch die Bewohner Australiens nutzen die heimischen Baobabs als Nahrungsmittel. Vor allem Wurzeln, Blätter, Pulpe und Samen sind wichtige Energiequellen für eine gesunde Ernährung (1).

Fruchtfleisch

Nur etwa 15 % der gesamten Frucht macht das Fruchtfleisch aus. Weitere 40 % sind Samen und rote Faser. Die restlichen 45 % sind Schale (3, 13). Ein Frucht hat durchschnittlich 250 Samen. Die Pulpe ist cremig weiß bis pink, sehr nahhaft und hat einen erfrischenden süßlich-sauren Geschmack.
Die Süße der Frucht stammt von den Zuckern Saccharose, Fructose und Glucose. Der saure Geschmack rührt von verschiedenen Säuren, wie Zitronen-, Äpfel-, Wein- und Ascorbinsäure (Vitamin C) her (3). Ca. 80 % der Frucht sind Kohlenhydrate, die sich wiederum in ca. 30 % Zucker und 70 % Ballaststoffe (u. a. Pektin) aufteilen. 2-3 % sind Proteine und 5-6 % Mineralstoffe. Der Fettanteil ist kleiner 1 % (1, 23). In den ca. 3 % Proteinen finden sich alle essentiellen Aminosäuren (24). Bei den Mineralstoffen sind von besonderer Bedeutung die hohen Anteile an Calcium (ca. 300 mg/100 g) und Kalium (bis 3 g/100 g) (1, 23). Ebenfalls von Interesse ist der hohe Vitamin C-Gehalt (bis 300 mg/100 g), der die Baobabfrucht zur Wildfrucht, mit dem höchsten Vitamin C-Gehalt in Afrika macht (1). Des weiteren enthält die Frucht die Vitamine B1, 2, 3 und 6 (23). Unter der Rubrik Rezepte findet sich eine Auswahl, was alles mit und aus dem Baobab-Fruchtfleisch hergestellt werden kann.

Blätter

Die Baobabblätter sind reich an Kohlenhydraten, wovon die meisten Ballast-stoffe sind. Sie enthalten 3 % Fett und bis zu 15 % Proteine. Des weiteren enthalten die Blätter viele Vitaminen und durchschnittlich 10 % Mineralstoffe und Spurenelemente (1, 23). Alle essentiellen Aminosäuren sind in einem guten Verhältnis vorhanden und entsprechen gut den Empfehlungen der WHO (1). In beachtlicher und quantitativ guter Menge vorhanden sind ebenfalls viele essentielle Mineralstoffe und Spurenelemente (1). Der Eisengehalt liegt beispielsweise bei ungeführ 200 mg/100 g, der Kaliumgehalt bei 1 g/100 g und der Calciumgehalt sogar bei 2,5 g/100 g (23). Ebenfalls von Bedeutung sind die Anteil an Magnesium, Mangan, Phosphor und Zink (1, 23, 34). Daneben ist in den Blättern viel Vitamin C, B1 und B2 enthalten (1). Die Aufmerksamkeit der WHO zogen die Blätter aber wegen ihres hohen Caro- tinoidgehaltes auf sich (18). Das Retinolequivalent liegt bei bis zu 28 mg/kg (1, 25). Um die von der WHO empfohlene Tagesmenge an Vitamin A aufzunehmen, wird eine Tagesdosis von ca. 55 g frischen Blättern bzw. 200 g getrocknete Blätter empfohlen (1, 25).
Unter der Rubrik Rezepte finden sich neben interessanten Informationen auch typische Gerichte.

Samen und Öl

Die nahrhaften Samen enthalten ca. 30 % Fett und 30 % Proteine. Darüber hinaus enthalten diese bis zu 9 % Mineralstoffe (1, 3, 23).
Auch die in den Samen enthaltenen Proteine sind sehr hochwertig. So sind alle essentiellen Aminosäuren vertreten, z. T. sogar deutlich höher als im "WHO-Standardprotein" (3). Bei den Mineralstoffen handelt es sich vor allem um Calcium, Magnesium, Phosphor und Kalium (3).
Das Öl enthält in etwa 30 % gesättigte und 70 % ungesättigte Fettsäuren. Bei den gesättigten Fettsäuren handelt es sich um Palmitin- und Sterinsäure, bei den ungesättigten um Öl-, Linol- und einen kleinen Teil α-Linolensäure (1, 23). Daneben sind im Öl verschiedene Phytosterole wie z. B. 80 % ß-Sitosterol enthalten. Ebenfalls enthalten sind fettlösliche Vitamine (1, 23). Wg. möglicher antinutritver Substanzen ist es sinnvoll, die Saat und das Öl vor dem Verzehr zu erhitzen. Ein paar traditionelle Gerichte sind im Rezeptteil zu finden.

Wurzeln

Die Wurzel von Adansonia gregorii enthalten vor allem Kohlenhydrate in Form von Stärke und Zucker. Der Stärkeanteil beträgt in etwa 17 % (22).
Für Wurzelgemüse enthalten die Baobabs zudem einen relativ hohen Anteil Proteine (5,4 %) (22). Der Mineralstoffgehalt liegt bei ca. 8 %, wobei alleine der Kaliumgehalt bei knapp 3 % liegt. Auch Magnesium, Calcium, Eisen, Mangan und Natrium sind vorhanden (22). Es wurden keine toxischen Komponenten in den Wurzeln gefunden (22). Ein paar einfache Gerichte stehen im Rezeptteil.

Blüten

Von den Blüten gibt es derzeit keine Analysen. Diese sind aber ebenfalls essbar (16).
Auch über die Nutzung von Blüten ist im Rezeptteil etwas zu finden.